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Der Tod des E'kagah Nunh

Ein Raunen geht durch die Menge an Stammesmitglieder, die sich vor dem Eingang des Tempels versammelt haben. Fast alle sind sie hier, fast der ganze Stamm. Jeder der noch laufen konnte, hatte sich zusammengefunden.

Sie alle betrachten mit gedämpfter Stimme die drei Personen, die sich dem Tempel nähern.

"Ist das der Tia, der Kagah gefordert hat?"

"E'jihro Tia, ich hab ihn ewig nicht gesehen..."

"Wo er wohl all die Jahre war?"

"Glaubt ihr er hat Chancen?"

"Kagah hat so viele besiegt, er wird auch heute wieder gewinnen!"

Vorne weg läuft mit grazilem Schritt und unleserlicher Mine die Hohepriesterin des Tempels, E'yotah Ragah. Ihr langer Stab schleift im Sand und hinterlässt eine Spur. Verwischt wird sie von den zwei Männern die ihr folgen. E'kagah Nunh, der Häuptling des Stammes, eine Legende. Er regiert seit Jahrzehnten und gilt als respektiert und geradezu gefürchtet aber auch geachtet. Seine Mimik ist ebenso unleserlich, hoch konzentriert. Neben ihm ein junger Mann mit dunklem Haar und wilder Frisur. Er ist der einzige der lächelt und geradezu entspannt wirkt - etwas, was die Stammesmitglieder umso mehr verunsichert. E'jihro Tia.

"Er lächelt? Er lächelt kurz vor seinem Tod?"

"Ist er so siegessicher?"

"Jihro... es ist so viele Jahre her, dass er den Stamm verließ zum trainieren. Er sieht stark aus, aber ob er Kagah wirklich richtig einschätzt?"

Gemeinsam betreten sie den Tempel und verschwinden aus den Augen des Stammes. Nur diese drei dürfen die Arena betreten. Drei gehen von ihnen hinein, zwei wieder heraus. Zurück bleibt nur die Ungewissheit...

. . .

Kagah ist ein alter Nunh. er ist bereits 53 Jahre alt, hat 35 Jahre lang als Nunh - sogar als Häuptling - die Geschicke des Stammes geführt. Er hat viele Krisen miterlebt, viel Wut und Trauer. Aber auch Freude. Er hatte gute Frauen an seine Seite, starke Kinder in den Stamm gebracht. Er hat die Nunh an seiner Seite geleitet. Kagah hat vieles in seinem Leben gesehen. Und vor allem hatte er viele Tia gesehen, die kamen um ihn zu ersetzen. Niemand von ihnen war dazu in der Lage. Kein Nunh in der Geschichte des Stammes hatte bisher so lang regiert wie er. Und darauf ist er auch stolz. Er hat hart dafür gearbeitet und viele Dinge aufgegeben, doch bereute er keinen Moment davon.

Der Gang zu einem der tiefsten Räume im Tempel dauert lange, stunden vielleicht. Sie alle schweigen.

Seine Nunh haben den Raum vorbereitet und mit Fallen gespickt. Auch Kagah weiß nicht, was Dhen, Zashi und Tahz für ihn vorbereitet haben. Aber er weiß, dass seine Nunh Respekt vor ihm haben. Sie werden es auch ihm nicht leicht gemacht haben - so zeigen sie ihren Tribut. Ein Fehler wird definitiv tödlich sein und genau so will es Kagah auch.

Als sie den Raum erreichen, ist das Licht gedimmt. Fackeln brennen an den Wänden und geben dem Raum einen erhabenen Schein. Kagah hält sich gerne hier auf. Dieser Raum fühlt sich kräftig an, mächtig. Hier fühlt er sich stark.

Yotah geht als erste. Eine steinerne Treppe führt sie hinauf zu einer Art Balkon, von dem sie einen Überblick über die Arena hat. Dieser Weg ist der einzige sichere Ort in der ganzen Arena. Kagah und der junge Tia werden ihr nicht folgen.

Sie beide gehen hinein in die Arena und Kagah betrachtet seinen Kontrahenten noch einmal ruhig. Er kann sich an Jihro noch erinnern. Ein engstirniger ambitionierter Junge, der die Welt verbessern wollte. Ein Träumer mit viel Kraft. Ein guter Junge. Dadurch auch ein gefährlicher Junge. Für einen Anwärter ist er bereits relativ alt mit seinen 32 Jahren. Das könnte für Kagah ein Vorteil sein, genauso gut aber auch ein Nachteil. Er ist trainiert und kräftig, aber das waren sie alle...

"Du kannst es dir noch einmal überlegen. Jetzt ist die letzte Gelegenheit."

Jihro antwortet mit einem Lachen. Er sieht Kagah direkt in die Augen mit loderndem Feuer. Dieser Junge wird nicht aufgeben. Gut so... Kagah ringt sich ein schwaches Lächeln ab und nickt....

"Welche Waffen?", fragte Kagah ruhig. "Keine", raunte Jihro mit dunkler Stimme und grinste. Auch Kagah musste grinsen. Ein Kampf ohne Waffen würde bei den anderen Nunh durchaus Wirkung haben, wenn er gewinnt. Eine sehr taktische Entscheidung... Eine gute Wahl. Kagah nickte erneut.

Der Kampf kann beginnen...

. . .

Kagah atmet schwer. Rauch liegt in der Luft. Seine Nunh haben wirklich raffinierte Fallen gelegt. Sogar die Handschrift einer seiner Töchter konnte er erkennen. Levy war wirklich nicht das geworden, was er unter einer anständigen Frau verstand und oft hatte er seiner Frau kopfschüttelnd Schuld vorgeworfen, doch sie war eine gute Tochter. Fleißig, nützlich, aufrichtig. Aber so waren alle seine Kinder.

Eine große Splitterbombe war gerade explodiert. Seine Haut war aufgeschürft von den kleinen Projektilen, doch er war gut davongekommen. Der beißende Rauch lag nun in der Luft und tränte in seinen Augen. Kagah strengte sich an, die Bewegungen der Schemen zu beobachten. Er musste jetzt umso vorsichtiger sein.

Plötzlich passierte etwas, mit dem Kagah nicht gerechnet hatte. Eine Glocke.... er hörte genau das Geräusch von kleinen Glöckchen, die sachte im Wind klingelten. Sein Blick ging wie von Zauberhand in die Richtung des Geräusches, all seinem Training widersprechend. Er konnte nicht anders...

Das Geräusch kannte er nun seit 35 Jahren. Es war der heilige Imp, der den Stamm seit Jahrhunderten begleitete. Das Geheimnis des Häuptlings. Die Legenden besagen, dass einst das Totem des Stammes der Molch war, bis ein Imp aus den Tempeln hervorstieg und sich als ihr wahrer Totem zeigte und die Geschichte des Stammes umschrieb. Seitdem war dieses Wesen an der Seite des Häuptlings und stetiger Begleiter. Das erste Mal hatte er das Geräusch der Ketten und der Glöckchen gehört, als er selbst noch Tia war und um den Titel kämpfte. Damals warnten die Geräusche ihn im Kampf gegen seinen Vater vor dem Angriff des Häuptlings in dem Moment, wo Kagah nach 5 Stunden Kampf zu schwanken begann. Als er unsicher wurde, ob er noch gewinnen konnte. Dieses Geräusch aber änderte alles und Kagah erhielt die Gelegenheit zum alles beendenden Schlag. Damals sagte ihm der Imp, dass er der Richtige sei, weiter zu regieren. Es war ein höheres Zeichen...

Kagah blickte wie in Trance zu den Schemen, aus derren Richtung das Geräusch kam. Er konnte schwören, dem Imp zu sehen. Bedeutete das...

In diesem Moment wurde sämtliche Luft aus Kagahs Lungen gedrückt. Jihro hatte die Gelegenheit genutzt und war durch den Rauch durchgesprintet. Mit einem gezielten Tritt ins Zwerchfell nahm ihm der junge Tia den Atem. Wie in Zeitlupe sackte Kagah zu Boden.

War es wirklich so weit? War es der Moment, dass ein neuer Nunh regieren sollte? Hatte der Imp seinen Tod prophezeit? Kagah lächelte... Er schloss die Augen, als er auf den Knien war und ließ sein Leben revue passieren. Er sah seine Frauen, seine Kinder, seine Enkel. In seinen Gedanken hauchte er jedem von ihnen sein Lebewohl zu. Er hatte ein gutes und erfolgreiches Leben. Er konnte stolz auf sich sein. Vielleicht war es wirklich Zeit... Heute hatte der Tod ein letztes Mal für ihn geläutet...

Kagah dachte noch einmal an den Kampf gegen seinen Vater. Auch er hatte seinen Vater mithilfe des Glockengeläuts zu Boden gerangt. Und er erinnerte sich noch genau an die Augen seines Vaters und an seine letzten Worte...

"Von diesem Moment an wird dich der Tod begleiten, jeden Moment deines Lebens. Bist du bereit dafür?", sprach Kagah leise und sah seinem Kontrahenten direkt vor ihm in die Augen.

Mit einem geradezu versonnenen stolzen Gefühl schloss Kagah die Augen, als er sein Leben aushauchte.

Jihro hatte nicht geantwortet. Seine Antwort waren scharfe Krallen, die sich in seine Kehle bohrten und ihm die Luftröhre zerrissen. Auch er hatte damals mit Taten geantwortet, nicht mit Worten. Anscheinend würde auch etwas von ihm in dem jungen Häuptling weiterleben...

Er kann sich an Jihro noch erinnern. Ein engstirniger ambitionierter Junge, der die Welt verbessern wollte. Ein Träumer mit viel Kraft. Ein guter Junge. Dadurch auch ein gefährlicher Junge. Für einen Anwärter ist er bereits relativ alt mit seinen 32 Jahren. Das könnte für Kagah ein Vorteil sein, genauso gut aber auch ein Nachteil. Er ist trainiert und kräftig, aber das waren sie alle...

Und er starb...

Ereignisse unter den Stammesmitgliedern - Sicht der Dinge Bearbeiten

(Sichtweise: E'rin Kagah) Der Tod des Vaters
"Vater ist gestorben... Malena ist gestorben... Alle um mich herum die ich Liebe gehen... und das so kurz nach dem ich heimgekehrt bin.

Bin ich verflucht, Aezyma? War meine Missachtung von Tahz so sträflich, dass du mich jetzt leiden lässt? Wirst du mir auch all die anderen nehmen? Levy? Mutter? Tahz?

Ich muss stark sein und darf mir meine Trauer nicht anmerken lassen... Ich muss gut darauf achten im Sinne des Stammes zu handeln und meine Hände wieder reinwaschen... Ich werde für Levy stark sein, auch wenn ich jede Nacht weinen könnte. Ich fühle mich schuldig.

Oh bitte Malena, wo immer du bist, pass auf mich auf. Oh Vater, zeig mir den Weg zurück in Aezymas Schutz... Ich habe solche Angst...."

(Sichtweise: E'levy Kagah) Der Tod des Vaters
"Vater wurde besiegt, ich bin froh das ich bei dem Kampf nicht dabei war, allerdings weiß ich das es so auch nicht stimmt. Viele Fallen tragen meine Handschrift, aber darüber darf ich nicht nachdenken.

Meine Pflicht ist es die Vorbereitungen mit Tahz zusammen vorzubereiten, das was gebraucht wird direkt herzustellen und andere Aufträge hinten anzustellen. Außrdem hat uns der neue Häuptling einen Auftrag geben der ebenfalls sehr wichtig ist.

Ich habe beschlossen, mein bestes zu geben für meinen Stamm und vor allem für meine Schwester ich will ihr zeigen das ich mich nicht immer hinter ihr verstecke, wobei es auch unheimlich gut tut das zu tun, so sieht man an mir vorbei.

(Sichtweise: E'jihro Nunh) Der Tod des Häuptlings
"Ich habe es geschafft, was ich mir als junger Kater geträumt habe, ich bin der Häuptling, ich habe die Verantwortung. Es ist seltsames Gefühl, gleichzeitig neu und doch die Erfüllung eines Traumes.

Ich habe beschlossen die Frauen des Kagah zu unterstützen so wie es der Ehre obliegt, ihnen soll es an nichts mangeln, sie haben Sicherheit verdient und die werde ich ihnen geben, aber ehelichen kann ich keine dieser Katzen."

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